Die Behandlung

Wie entsteht IHR Behandlungskonzept?

Bevor wir mit Ihrer Strahlentherapie beginnen, legen wir in Zusammenarbeit mit Onkologen, Gynäkologen, Urologen und anderen Fachdisziplinen ein für Sie abgestimmtes Therapiekonzept fest. Um eine hochpräzise Strahlentherapie sicherzustellen und bestmögliche Heilungschancen für Sie zu erzielen, ist eine äußerst sorgfältige und exakte Planung notwendig.

Unser Ziel ist, die Tumorzellen oder eventuell zurückgebliebene Tumorreste nach einer bereits operierten Region unter optimaler Schonung des gesunden umliegenden Gewebes zu zerstören. Daher fertigen wir vor der Bestrahlung eine sog. Bestrahlungs-CT an. Dies ist eine CT ohne Kontrastmittel, in der Ihr Körper für die Bestrahlung vermessen wird. Gleichzeitig wird hier festgelegt wie Sie später für die eigentliche Bestrahlung auf dem Behandlungstisch gelagert werden, um bei jeder Bestrahlung eine exakt gleiche Position Ihres Körpers zu gewährleisten.

Die eigentliche Strahlenbehandlung beginnt in der Regel wenige Tage später. In der Zwischenzeit zeichnet der Facharzt für Strahlentherapie millimetergenau ein, welche Region Ihres Körpers bestrahlt werden soll (das sog. Zielvolumen) und welche Organe und Risikostrukturen besonders geschont werden müssen. Unser Medizinphysikexperte erstellt dabei gemeinsam mit dem Arzt den für Sie optimalen Bestrahlungsplan. Erst wenn beide - Arzt und Medizinphysikexperte - mit dem Ergebnis zufrieden sind, wird der Plan für die eigentliche Bestrahlung freigegeben. Dieser gemeinsame Prozess trägt entscheidend zur sicheren Behandlungsqualität unserer Praxis bei.

IHRE erste Bestrahlungssitzung

Für die erste Bestrahlungssitzung nehmen wir uns immer etwas mehr Zeit für Sie. Alle einzelnen Schritte werden noch einmal mit Ihnen gemeinsam besprochen. Es sind immer Ihr behandelnder Arzt, unsere MTRA und einer unserer Medizinphysikexperten anwesend.

Bitte bringen Sie immer für die Bestrahlung ein eigenes Handtuch mit, mit dem wir Ihren restlichen Körper außerhalb des Bestrahlungsfeldes angenehm zudecken können. Sollten Sie dies einmal vergessen haben, stellen wir Ihnen gerne eines unserer Handtücher zur Verfügung.

Während IHRER Bestrahlung

Sie können die Strahlen weder sehen noch fühlen. Der Linearbeschleuniger verursacht während des Betriebs Geräusche. Diese sind normal. Bleiben Sie einfach entspannt und ruhig liegen.

Unsere onkologischen Patienten werden in der Regel an 5 Tagen in der Woche bestrahlt, auch in den Wochen mit Feiertagen wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Während Ihres Bestrahlungszeitraums werden Sie täglich von unseren MTRA betreut. Mindestens einmal pro Woche werden Sie von Ihrem behandelnden Arzt in unserer Praxis auf mögliche Nebenwirkungen untersucht.

IHRE letzte Bestrahlungssitzung

Am Ende der Bestrahlungsserie führen wir mit Ihnen ein ausführliches Abschlussgespräch. Dabei besprechen wir mit Ihnen und gerne auch Ihren Angehörigen eventuell aufgetretene Nebenwirkungen und deren weitere Behandlung. Wir vereinbaren Termine zur Nachsorge und etwaige Untersuchungen (z.B. CT- oder MRT-Untersuchungen). Diese dienen dazu, das Ansprechen der Strahlentherapie auf die Tumorerkrankung zu beurteilen und zu bewerten, mögliche Nebenwirkungen zu beobachten und zu behandeln.

Zeitnah wird ein abschließender Arztbrief über Ihre Behandlung in unserer Praxis erstellt, der Ihnen und den Sie behandelnden Ärzten, in der Regel Ihrem Hausarzt, Ihrem Facharzt oder Ihrer weiterbehandelnden Klinik postalisch zugestellt wird.

Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Organisation einer Anschlussheilbehandlung, beraten Sie in organisatorischen Belangen und bei der Auswahl geeigneter Reha-Einrichtungen.

Sicherheit

Unser Linearbeschleuniger ist mit hochpräzisen Sicherheitssystemen ausgestattet. Die Behandlung wird erst freigegeben, wenn Ihre Identität sichergestellt wurde, der korrekte Bestrahlungsplan ausgewählt wurde und Sie sich in der optimalen Behandlungsposition befinden. Die vor jeder Bestrahlung durchgeführte Bildkontrolle und eventuelle Korrektur Ihrer Lagerung stellt sicher, dass bei bestmöglicher Dosisabdeckung des bestrahlten Tumorgewebes das umliegende gesunde Gewebe und vor allem benachbarte Risikoorgane wie Herz, Lunge, Darm, Blase oder Rückenmarkskanal optimal geschont werden. Bei minimalsten Abweichungen zwischen Ihrer Lage auf dem Bestrahlungstisch und der errechneten Position vom Behandlungsplan wird die Bestrahlung sofort unterbrochen. Nach Korrektur der Abweichung wird die Bestrahlung fortgesetzt. Durch die Behandlung werden Sie selbst nicht radioaktiv, das heißt für Ihre Mitmenschen ist Ihre Behandlung völlig unbedenklich.

Nebenwirkungen

Während und am Ende der Bestrahlungsserie kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen. Hierüber werden Sie bereits in Ihrem Erstgespräch ausführlich informiert.

Durch den Einsatz hochmoderner Bestrahlungsmethoden (IMRT/RapidArc®, IGRT, SGRT) haben wir das Auftreten von Nebenwirkungen in Anzahl und Ausmaß in unserer Praxis erheblich reduzieren können - ganz vermeiden lassen sie sich aber nicht. Im Allgemeinen ist die Strahlentherapie jedoch sehr gut verträglich.

Mögliche Nebenwirkungen treten in Abhängigkeit von der bestrahlten Körperregion, der Strahlendosis und Ihrer individuellen Strahlenempfindlichkeit auf. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind keine zwangsläufigen Nebenwirkungen der Bestrahlung.

Je nach Lokalisation des Tumors und der umgebenden Organe und Risikostrukturen können verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Die meisten lassen sich medikamentös oder pflegerisch gut behandeln und treten nur vorübergehend auf:

  • Hautrötungen
  • Schluckbeschwerden
  • Entzündungen an den Schleimhäuten
  • Gehäufter Harn- und Stuhldrang oder Durchfälle
  • Kopfschmerzen, vereinzelt Übelkeit
  • Mundtrockenheit

Wenn Nebenwirkungen bei Ihnen auftreten, sprechen Sie uns jederzeit an. Unsere Mitarbeiter und die behandelnden Ärzte helfen Ihnen gerne bei zu ergreifenden Maßnahmen weiter oder verschreiben Ihnen entsprechende Medikamente zur Linderung Ihrer Beschwerden.

Empfehlungen

Bitte beachten Sie während der Bestrahlungsphase unsere Empfehlungen zu Hautpflege, Ernährung und Freizeitaktivitäten um zu einer optimalen Verträglichkeit Ihrer Strahlentherapie beizutragen.

Hautpflege

In der Bestrahlungsserie sollten Sie auf Baden verzichten. Waschen bzw. duschen Sie sich kurz mit einer milden Seife, trocknen Sie sich vorsichtig ab und verwenden Sie nur eine milde Hautlotion. Verwenden Sie kein Puder zur Pflege Ihrer Haut. Vermeiden Sie jegliche Reizungen der Haut (zum Beispiel kräftiges Abrubbeln, Massieren, etc.). Lockere Kleidung aus Baumwolle ist sehr viel hautfreundlicher als synthetische Materialien oder enganliegende Kleidung. Verzichten Sie auf Heizkissen, Eispacks, Rotlicht oder Wärmflaschen. Sauna, Solarium und Schwimmbäder sollten Sie nicht besuchen. Verwenden Sie keine Deos und verzichten Sie auf Nassrasuren in der bestrahlten Region Ihres Körpers

Ernährung

Die richtige Ernährung trägt wesentlich zu Ihrer raschen und besseren Genesung bei. Trinken Sie ausreichend! Ernähren Sie sich bestmöglich durch gesunde und frische Mischkost und verteilen Sie Ihre Nahrung auf mehrere kleine Mahlzeiten. Versuchen Sie durch gesunde Ernährung Ihr Gewicht während der Bestrahlungsphase konstant zu halten. Findet die Bestrahlung im Bauchraum (zum Beispiel Darm, Prostata) statt, vermeiden Sie blähende, stark gewürzte oder scharfe Speisen. Bei Kopf-Hals-Tumoren oder bei Lungenkrebs hat sich die Einnahme von lauwarmen, weichen und milden wie auch pürierten Speisen bewährt. Bitte sprechen Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt, bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen möchten (Vitamine, Spurenelemente), da diese die Wirkung der Strahlentherapie beeinflussen können.

Aktivitäten

Während Ihrer Bestrahlungsserie können Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit, insbesondere bei der Behandlung im Kopfbereich, eingeschränkt sein. Manchmal werden Sie sich vielleicht müde fühlen. Versuchen Sie jedoch, an Ihrem gewohnten Alltag weitestgehend „normal“ teilzunehmen und sich ausreichend wie zum Beispiel mit kleineren Spaziergängen zu bewegen. Auch leichtere sportliche Aktivitäten sind erlaubt.

Sollte es Ihnen einmal nicht gut gehen, fahren Sie kein Auto und bedienen Sie keine Maschinen! Ansonsten machen Sie einfach das, was Ihnen gut tut und Sie nicht zu sehr belastet.